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EWA Water Breakfast in Strasbourg

08.10.2018

PR_6: European water experts comment on revision of Water Framework Directive

Hennef. Das Management und die Behandlung von industriellen Roh-, Prozess- und Abwässern steht im Fokus einer Gemeinschaftsveranstaltung, zu der die DWA - Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. - zusammen mit der DECHEMA - Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e. V. - einlädt. Die Tagung,die am 7. und 8. November 2011 in Frankfurt/Main stattfindet, befasst sich schwerpunktmäßig mit den Themen Energie- und Kosteneffizienz, Umsetzung innovativer Verfahren zur Reduktion von Umweltbelastungen sowie Automatisierung
und Optimierung von Prozessen. Informationen zu Förderprogrammen für Unternehmen runden das Tagungsprogramm ab.

Fachausstellung

Parallel zur Veranstaltung präsentieren sich Unternehmen mit ihren Produkten und Dienstleistungen für die Behandlung von Industriewasser. Tagungsbesucher können sich so direkt vor Ort informieren und beraten lassen.

Anmeldung

Veranstaltungsort ist das DECHEMA-Haus in Frankfurt, Theodor-Heuss-Allee 25, 60486
Frankfurt/Main. Weitere Informationen zur Veranstaltung:
www.dechema.de/wassertechnik2011

Redaktion: Alexandra Bartschat

Die auf politischer Ebene beschlossene Energiewende führt zu einem grundlegenden Umbau der Energieversorgung und stellt große Anforderungen an die Gesellschaft. Die beabsichtigte stärkere Nutzung erneuerbarer Energien betrifft die Wasserwirtschaft in vielfacher Weise. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA), die politisch und wirtschaftlich unabhängig ist, hat daher „Positionen zur Energie- und Wasserwirtschaft“ formuliert, die die Zusammenhänge zwischen diesen beiden Bereichen verdeutlichen. Die Wasserwirtschaft kann im Dialog mit der Energiewirtschaft wesentliche Beiträge zur Energiewende leisten.

Kernaussagen in Thesenform

Die wesentlichen Aussagen der DWA können in Form einfacher Thesen ausgedrückt werden: Die Energiewende braucht die Wasserwirtschaft – keine Energie ohne Wasser. Bei der Energiewende müssen auch wasserwirtschaftliche und ökologische Aspekte beachtet werden. Abwasseranlagen sind die größten Energieverbraucher in den Kommunen; hier ist es lohnend, Anstrengungen zur Erhöhung der Energieeffizienz zu unternehmen. Dass Wasserkraft Energiepotenziale bietet, liegt auf der Hand; aber auch die Abwasserentsorgung bietet Möglichkeiten zur Energieerzeugung, die ausgeschöpft werden sollten. In neue Energiekonzepte sollten die Standorte wasserwirtschaftlicher Anlagen eingebunden werden. Kläranlagen stehen als Standorte zur Gewinnung und Speicherung erneuerbarer Energie zur Verfügung. Zur Bewirtschaftung der Energiesysteme sollten Pumpspeicher stärker genutzt werden. Die Produktion von Biomasse muss wasserwirtschaftlich verträglich gestaltet werden.

Schwerpunkte des Handelns: Kühlwasser, Wasserkraft, Pumpspeicherwerke

Schwerpunkte des Handelns im Bereich der Wasserwirtschaft liegen bei der Steigerung der Effizienz und Implementierung neuer zusätzlicher Maßnahmen zur Energieerzeugung bei wasserwirtschaftlichen Anlagen, der Schaffung von Speicherkapazitäten für eine sichere Energieversorgung aus erneuerbaren Energien, der Erforschung und Entwicklung neuer Wege, insbesondere zur Energiespeicherung (zum Beispiel in Form von Methan, Methanol und Wasserstoff), der Einbindung der Standorte wasserwirtschaftlicher Anlagen in ein intelligentes, dezentral organisiertes Energiesystem. Bei der Nutzung nachwachsender Biomasse gibt es eine Konkurrenz um Flächen mit dem Pflanzenanbau zur Ernährung von Menschen und Tieren. Es gilt, den Eintrag schädlicher Stoffe in Boden, Grundwasser und Oberflächengewässer sowie Bodenerosion zu vermeiden.

Zahlen, Fakten, Daten

Wasserkraft erzeugt in Deutschland im Mittel mehr als 20 TWh pro Jahr; das entspricht der Leistung von etwa zwei großen Kraftwerken (T: Tera = Billion = 1012). Die Stromgewinnung durch Wasserkraft kann noch um etwa 4 bis 5 TWh pro Jahr ausgebaut werden.

Kläranlagen sind mit 4,2 TWh pro Jahr im kommunalen Bereich die größten Stromverbraucher. Derzeit wird ein Einsparpotenzial beim Stromverbrauch von bis zu 25 Prozent für realistisch gehalten.

Von den vorhandenen 10 000 Kläranlagen produzieren ca. 1000 Anlagen rund 1,1 TWh Strom pro Jahr aus Klär- und Faulgas. Insgesamt wird eine Erzeugung von 3 TWh pro Jahr angestrebt.

Das DWA-Positionspapier zur Energie- und Wasserwirtschaft wurde am 26. September 2011 im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin zur DWA-Bundestagung veröffentlicht. Am gleichen Tag soll dazu eine Podiumsdiskussion mit Abgeordneten aller Fraktionen des Bundestags sowie dem Präsidenten des Umweltbundesamts stattfinden (Maritim proArte Hotel, Friedrichstraße 151, 10117 Berlin). Das Positionspapier als PDF finden Sie hier:

DWA-Positionen

 

 

Von über 400 000 t Stickstoff, die im Abwasser jedes Jahr in die kommunalen Kläranlagen gelangen, werden im bundesweiten Mittel 80 % entfernt, was zu einer bedeutenden Entlastung der Flüsse und Seen führt. Gereinigtes Abwasser enthält bundesweit im Durchschnitt nur noch 9,3 mg Stickstoff in einem Liter. Diese Zahlen enthält der Leistungsvergleich der kommunalen Kläranlagen der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA), der in diesem Jahr zum 23. Mal durchgeführt wurde. Beim jährlichen Leistungsvergleich werden die Betriebsdaten der kommunalen Kläranlagen gesammelt und nach einheitlichen Gesichtspunkten ausgewertet. In diesem Jahr lag ein Schwerpunkt der Auswertungen bei der Entfernung der Stickstoffverbindungen. Die Anforderungen der EU werden hier deutlich übertroffen. Der hohe Standard der Abwasserreinigung in den mehr als 10 000 kommunalen Kläranlagen trägt wesentlich zum Schutz der Oberflächengewässer bei.

Stickstoff im Mittelpunkt

Als Pflanzennährstoff kann Stickstoff ein übermäßiges Algenwachstum in den Gewässern fördern. Daher sind entsprechend den Mindestanforderungen kommunale Kläranlagen ab einer Ausbaugröße von 10 000 Einwohnerwerten (EW) bei der Reinigung von Abwasser auch zur Entfernung von Stickstoff verpflichtet. Nachdem bereits im letzten Jahr der Parameter Phosphor im Fokus der Auswertung gestanden hatte, wurde aufgrund der hohen Bedeutung für die Gewässerqualität und den Umweltschutz im diesjährigen Leistungsvergleich der Parameter Stickstoff in den Mittelpunkt gerückt.

Abwasseranfall beeinflusst die Stickstoffkonzentration im Kläranlagenzulauf

Die Stickstoffkonzentration im unbehandelten Abwasser liegt bundesweit im Mittel bei 46,5 mg/l und wird maßgeblich vom Abwasseranfall beeinflusst. Dieser setzt sich aus dem häuslichen Schmutzwasser, Gewerbe- und Industrieabwasser und bei Kanalisationen nach dem Mischsystem aus Niederschlagswasser zusammen, das auf Kläranlagen mitbehandelt wird. Hinzu kommt das sogenannte Fremdwasser, das über Fehlanschlüsse oder durch Undichtigkeiten (Grundwasser) in die Kanalisation gelangt. Liegt der spezifische Abwasseranfall über 50 m3 pro Einwohner und Jahr, so ist die Ursache in der Regel bei der Einleitung von Fremd- und Regenwasser zu suchen, das im Vergleich zu Schmutzwasser meist wenig Stickstoff enthält.

Kläranlagen erfüllen die gesetzlichen Anforderungen

Die Auswertungen zeigen, dass die Anforderungen der EU-Kommunal­abwasserrichtlinie im bundesweiten Mittel mit einer Entfernung von 80 % deutlich übertroffen werden. Die besten Betriebsergebnisse weisen die Kläranlagen zwischen einer Ausbaugröße von 5000 bis 10 000 Einwohnerwerten auf. Das erfreuliche Ergebnis ist auch insofern bemerkenswert, als die Ergebnisse auf Jahresmittelwerten beruhen, die auch Messergebnisse der kälteren Jahreszeit beinhalten, in der die Stickstoffelimination durch niedrigere Abwassertemperaturen behindert wird.

Bemessungswerte decken sich mit Praxiswerten

Die im Leistungsvergleich ermittelten spezifischen Nährstofffrachten stimmen im Mittel mit den bei der Bemessung von Kläranlagen angesetzten Nährstofffrachten überein. Dies lässt auf eine weitgehend bedarfsgerechte Dimensionierung der Kläranlagen schließen. Es ist aber darauf hinzuweisen, dass im Einzelfall auch erhebliche Abweichungen auftreten können.

Betrachtung nach Flussgebieten

Entsprechend der EU-Wasserrahmenrichtlinie wurde auch eine Auswertung der Reinigungsleistung der kommunalen Kläranlagen nach Flusseinzugsgebieten vorgenommen. Wie bereits in den Vorjahren zeigte sich ein hoher Wirkungsgrad der Kläranlagen. Der Abbau der organischen Kohlenstoffverbindungen (Basis: Chemischer Sauerstoffbedarf, CSB) beträgt 94 %. Die Entnahme von Stickstoff lag bei 80 % und für Phosphor bei 90 %. Insgesamt wurden die Anforderungen der EG-Kommunalabwasser­richtlinie im bundesweiten Mittel erfüllt bzw. deutlich übertroffen. Die hohe Reinigungsleistung der kommunalen Kläranlagen trägt damit wesentlich zum Erhalt der Gewässerqualität bei.

Viel Engagement, große Beteiligung, hohe Repräsentanz

Am aktuellen 23. Leistungsvergleich kommunaler Kläranlagen beteiligten sich 5949 Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von rund 140 Millionen Einwohnerwerten. Bezogen auf die Gesamtausbaugröße von 151 Millionen Einwohnerwerten bedeutet dies, dass 92 % der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland durch die vorliegende Statistik erfasst wurden. Die hervorragende Reinigungsleistung und die umfangreiche Auswertung waren nur durch das hohe Engagement des Personals auf den Kläranlagen möglich. Die Daten wurden von den Kläranlagen-Nachbarschaften der DWA erhoben und ausgewertet.

Weitere Informationen

DWA-Bundesgeschäftsstelle, Dr. agr. Stefanie Budewig
Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef
Tel. (0 22 42) 872-144, Fax (0 22 42) 872-184
E-Mail: budewig@dwa.de

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